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Auch Friedensarbeit kostet Geld...

Wer einen Friedensdienst geleistet hat, z. Bsp. über EIRENE oder Aktion Sühnezeichen, weiß, daß er bei Einsätzen außerhalb Europas monatlich 1000,- DM über einen Unterstützerkreis selbst finanzieren mußte. Die Organisationen, bei denen man im Ausland mitarbeitet, brauchen unsere Zeit, sind aber in der Regel selbst auf Spenden angewiesen und nicht in der Lage, uns oder unseren Lebensunterhalt zu finanzieren. Das gilt auch für meinen Einsatz. Der OeD wird mich wie bisher organisatorisch und moralisch begleiten wird, aber die Finanzierung aller Kosten und Versicherungen muß wie bei anderen Freiwilligendiensten durch mich oder über Spenden erfolgen. Weil ich so "überstürzt" die Gelegenheit für ein "Friedensdienstjahr" bekommen habe, fehlte mir jedoch die Zeit, einen festen Kreis zu finden, der mich monatlich unterstützt.
Zum Zahlen von Miete, Lebensunterhalt, Fahrgeld, um mich an den Unkosten für Friedensaktionen beteiligen zu können und für Telefongebühren benötige ich aus der bisherigen Erfahrung ca. 1000,- DM/Monat, hinzu kommen der Flug und die Auslandskrankenversicherung. Darüber hinaus habe ich gemerkt, daß manchem Palästinenser einfach das Fahrgeld fehlt oder das Geld für den Unkostenbeitrag, um an Friedensaktivitäten oder Treffen mit Israelis teilzunehmen. Und genauso, glaube ich, brauchen israelische Friedensaktivisten wie Adam Keller (von Gus Shalom) oder Amos Quirz (von "Palestinien and Israeli for Non-Violence), die in der Nähe von Tel Aviv wohnen, zumindest eine Fahrtkostenrückerstattung. Und ich bin eine Frau, die aus einem der reichsten Länder der Welt kommt. Mir fällt es immer wieder schwer, dort, wo ich Not sehe, sagen zu müssen , daß ich kein Geld habe und auch keine "reiche Organisation" im Hintergrund. Ich setze meine Ersparnisse dafür ein, aber ich merke, daß sie nicht reichen, zumal auch hier in Deutschland noch einige Beiträge weiter laufen. Deshalb wird der OeD das bisherige Konto weiterführen; der Verwendungszweck ist "Palästina". Dem OeD muß ich die gewissenhafte Verwendung des Geldes nachweisen.
Im letzten 1/2 Jahr ist meine Arbeit mit mehr als 3 Tausend DM unterstützt worden. Darüber bin ich sehr froh und dankbar. Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Freiwilligen Friedensdienst in der Westbank auch weiter unterstützen und begleiten, auch unter den neuen Gegebenheiten.
Auch wenn Ihr speziell Menschen dort helfen wollt, z.Bsp. deren Häuser zerstört wurden oder die nicht genügend Geld haben, eine notwendige Operation eines ihrer Familienangehörigen zu bezahlen, also in konkreten Einzelfällen, könnt Ihr das tun. Teilt mir das bitte mit, dann gebe ich dieses Geld weiter und schreibe Euch, wie ich es verwendet habe.

Zuletzt eine herzliche Einladung: In Halhul könnt Ihr mich - wenn Ihr wollt - gern besuchen und einige Zeit zubringen. Ich werde Platz haben, ein separates Gästezimmer, und auch die Familie von Khalil ist sehr gastfreundlich. Von dort könnt Ihr Hebron, Bethlehem und Jerusalem mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichen. Und falls Ihr für das Quartier etwas bezahlen könnt, helft Ihr auch auf diesem Wege.

Bitte schreibt, faxt oder mailt mir, ob Ihr Interesse an zukünftigen Rundbriefen habt. Im letzten halben Jahr habe ich meine Eindrücke - oder was mich bewegte - sporadisch in E-mails geschrieben, weil mir so vieles neu oder schwer war, oft auch ohne System. Ich möchte das in diesem Halbjahr ändern.
Außerdem hat mein Sohn auch eine ganz schöne Homepage angelegt, die er laufend aktualisieren wird; dort könnt Ihr auch einige Bilder sehen.

Noch eine Bitte: schreibt mir gelegentlich; erzählt mir von Euch, was hier passiert, wie es Euch geht, worum Ihr Euch sorgt. Das habe ich im letzten Halbjahr oft vermißt, und dann kam ich mir wie "im eigenen Saft schmorend" vor, dort wo man nur noch sich selbst und die eigene Situation sieht und die dann für den Mittelpunkt der Welt hält.

Ganz herzlich grüßt Euch/Sie mit

Shalom - Salam Eure Barbara


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Spenden:
Ökumenischer Dienst im Konziliaren Prozeß e.V. (OeD)
Kt-Nr. 10 090 3736, BLZ 523 600 59 bei Waldecker Bank e.G.
Verwendungszweck: Beit Noah (bitte Absender für Spendenqittung fürs Finanzamt deutlich schreiben)


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